Evolution

© Bergmann-Listing

1. Einführung in das Projekt:
    Die Evolution des Menschen
11.jpg (7471 Byte)

Wer war vor uns da und woher kommen wir?

Mit dem Projekt "Evolution des Menschen" sollen die Schülerinnen und Schüler Methoden kennenlernen, mit denen man den Vorfahren des heutigen Menschen auf die Spur zu kommen versucht, und mit diesem Wissen an der Diskussion über die Abstammungsverhältnisse der Hominiden teilnehmen.

ß

2. Methode I: Anatomische Belege

image002.jpg (26539 Byte)


Unsere äffisch-menschlichen Vorfahren

Der Mensch unerscheidet sich von seinen nächsten Verwandten unter den Primaten morphologisch gesehen hauptsächlich durch drei bereits fossil dokumentierbare biologische Merkmale: ein stark vergrößertes Gehirn, den aufrechten Gang sowie einen umgestalteten Kauapparat. Wenn man davon ausgeht, dass die gemeinsamen Vorfahren rezenter Menschenaffen und Menschen den Menschenaffen nicht unähnlich waren, dann lassen sich aus den Mosaikformen pongider und hominider Merkmale, wie wir sie von den Fossilien kennen, Einblicke in unsere Stammesgeschichte gewinnen.

ß

3. Methode II: Spuren und Daten


Wer waren die ersten Handwerker und die ersten Künstler?

Bei der Rekonstruktion der Evolution des Menschen ist man einerseits auf Fossilien (also Reste früherer Lebewesen) angewiesen und zum anderen auf Spuren, die diese Lebewesen hinterlassen haben (z.B. Werkzeuge, Kunstgegenstände, Höhlenmalereien). Mit unterschiedlichen Datierungsmethoden   lässt sich das Alters dieser Überreste bestimmen. Anhand der Funde lässt sich dann eine Stammesgeschichte nachzeichnen, die die verschiedenen Hominiden in ihrer Gestalt, ihren Fähigkeiten und u.U. ihrer Lebensweise zeigt und in welchen Epochen sie lebten. 

ß

4. Methode III: Genetische Spuren

pä1.jpg (70720 Byte)


Ausgrabungen in den Tiefen der DNA

Bei der Vererbung wird genetisches Material vereint, gemischt und an die nächste Generation weitergegeben. Der Genbestand einer Population bleibt so theoretisch über viele Generationen erhalten. Beim Prozess der Vererbung treten aber tatsächlich kleine Veränderungen (Mutationen) auf, die sich als Polymorphismen im Genom manifestieren. Untersucht man unterschiedliche DNA auf solche Unterschiede hin, so können Aussagen über Verwandtschafts- und damit Abstammungsverhältnisse gemacht werden. Kennt man die Mutationsrate (Anzahl pro Zeiteinheit), dann lassen sich Rückschlüsse auf stammesgeschichtliche Ursprünge ziehen. Und  schließlich ermöglicht der Vergleich rezenten und fossilen Genematerials Einblicke in die Stammesgeschichte der Beteiligten. Genetische Analysen gewinnen für die Evolutionsforschung auch des Menschen immer mehr an Bedeutung.

ß

5. Methode IV:
    Fundorte und Wanderungen
weu.jpg (76892 Byte)

Wer lebte wann, wo und warum?

Die Fundorte fossilen Materials geben Auskunft über die Besiedlungsräume und Verbreitungsgebiete der Hominiden. Werden sich ähnelnde Hominidentypen an weit auseinanderliegenden Orten gefunden und lassen sich die Funde anhand Datierungen in eine zeitliche Reihenfolge bringen, dann kann man auf Wanderungsbewegungen der frühen Menschenformen schließen. Doch wo war der Ursprungsort der Vormenschen und der des modernen Menschen oder haben sich letztere an verschiedenen Orten parallel entwickelt?

ß

6. Die frühen Hominiden wpe25254.gif (123685 Byte)

Wer war der erste Mensch?

Biochemische Untersuchungen ergaben, dass uns Bonobos und Schimpansen am nächsten stehen und dass sich die Entwicklungslinien zum heutigen Menschenaffen und zum Menschen vor ca. 5-6 Mio. Jahren trennten. Das grundsätzliche Merkmal für einen Hominiden ist der aufrechte Gang. Das unterscheidet ihn von einem Menschenaffen, der die meiste Zeit auf Bäumen verbringt und am Boden die Hände zur Fortbewegung mitbenutzt. Fossilisierte Beinknochen der ersten Menschen zeigen Strukturen, die ihnen den aufrechten Gang ermöglicht haben müssen.

ß

7. Ungeklärte Fälle: Die Neandertaler

Völkermord? Vergewaltigung? Verdrängung?

Die mysteriöse Indizienprozess begann 1856, als im Neandertal Skelettreste eines "verwahrlosten, verwilderten Menschen" gefunden wurden. Es waren die Überreste eines Vor-Menschen, doch war es auch unser Vorfahre,  war er primitiv und grobschlächtig oder hatte er schon Kultur und Sprache? Warum trat er mancherorts später als moderner aussehende Menschen in Erscheinung, lebte andererseits in Europa eine zeitlang mit den Modernen zusammen? Vermischten sich Homo neanderthalensis und Homo sapiens, lernten sie voneinander oder wurden die Neandertaler verdrängt. Sie überlebten die Eiszeit, doch plötzlich verschwanden sie von der Bildfläche. Warum?

ß

9. Evolutionstheorie: Einführung

Die biblische Schöpfung und Darwins Selektion

Charles Darwins Beobachtungen auf den Galapagosinseln  inspirierten ihn später zu einer Theorie der Evolution, die die  Enstehung, den Wandel und die Abstammung der Arten mit dem zentralen Prinzip der natürlichen Selektion erklärt (Deszendenztheorie). Darwins weitere Annahmen von Modifikationen der Lebewesen und Anpassungen an Umweltbedingungen konnten im Laufe des biologischen Erkenntnisfortschritts von der Genetik und Populationsökologie bestätigt und zu der Synthetischen Theorie der Evolution (Dobzhansky, Mayr) zusammengefügt werden. Das konkurrierende Gedanke einer Evolution aufgrund der Vererbung erworbener Eigenschaften stammt originär überhaupt nicht von Lamarck und spielt bei ihm auch nur eine Nebenrolle. Es läuft heute unter dem Begriff "Lamarckismus". Lamarck selbst stellte eine Theorie der Transformation auf, die historisch gesehen als Antwort auf die  Phänomene der Urzeugung und des Aussterbens von Arten alternativ gegen die Schöpfungslehre ins Feld geführt wurde.

10. Die Schöpfungslehre -
       Kreationismus

10.jpg (56854 Byte)


Genesis 1,24 - 1,27

Dann sprach Gott: Das Land bringe alle Arten von lebendigen Wesen hervor, von Vieh, von Kriechtieren und von Tieren des Feldes. So geschah es. Gott machte alle Arten von Tieren des Feldes, alle Arten von Vieh und alle Arten von Kriechtieren auf dem Erdboden. Gott sah, dass es gut war. Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. ... Als Mann und Frau schuf er sie.

ß

11. Lamarckismus und Lamarcks
       Transformationstheorie

Wahre Geschichte und falsche Geschichten

Jean Baptiste Lamarck (1744-1829) war ein bedeutender Naturwissenschaftler und systematischer Zoologe seiner Zeit und er stellte u.a. eine Theorie der Transformation (Umformung) von Arten auf, die aber ausdrücklich keinen Abstammungszusammenhang zwischen den Arten annahm. Was heute gemeinhin als "Lamarckismus" ihm zugeschrieben wird, nämlich die Vererbung erworbener Eigenschaften, war seinerzeit eine weitverbreitete Idee (vgl. Darwin), wie sich Anpassungserscheinungen im organischen Leben erklären lassen. Demnach entwickeln in veränderten Umwelten Organismen veränderte Bedürfnisse und Gewohnheiten mit der Folge eines verstärkten oder verminderten Gebrauchs bestimmter Organe, was sich auf deren Entwicklung stärkend oder schwächend auswirkt. Solchermaßen erworbene Eigenschaften können weitervererbt werden und tragen zum Artenwandel bei. Weder Lamarck behauptete, damit den Artenwandel erklärt zu haben, noch wurde die Vererbung erworbener Organveränderungen jemals nachgewiesen.

ß

12. Darwin - Evolutions-
       und Deszendenztheorie
birds.jpg (4133 Byte)

"Evolution ist Descendenz mit Modification"

Darwin stellte eine erstaunliche zahlenmäßige Konstanz in natürlichen Populationen fest, obwohl die ungehinderte Fortpflanzung eine Übervermehrung wahrscheinlich macht. Dem stehen aber begrenzte Ressourcen an Raum, Nahrung und Feinde gegenüber, woraus er folgerte, dass es unter den Mitgliedern der Population zu einem Konkurrenzkampf ums Dasein "struggle for existence" kommen muss. Darwin konnte darüberhinaus (gerade bei Haustieren) die Einzigartigkeit von Individuen beobachten und dass vorteilhafte Varianten in natürlichen Populationen eher erhalten bleiben ("surviving of the fittest"). Von Züchtern lernte er, dass solche Modifikationen zumindest teilweise erblich sind. Darwin hatte damit das komplette Instrumentarium an der Hand, um seine Beobachtungen der eng verwandten Arten auf den Galapagosinseln theoretisch erklären zu können, dass nämlich neue Arten sich bilden und von ursprünglichen abstammen (Deszendenz) können, die Theorie der Evolution.

ß

13. Synthetische Theorie

x

x

ß